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Schlagzeugkonzert

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Mit Kochtopf in die Trommelschlacht

DARMSTÄDTER ECHO 20.01.2003

Konzert - Am Vorabend des Wettbewerbs „Jugend musiziert" zittern Schlagzeuger und ihre Lehrer bei der Generalprobe                                                                                                                                                               VON SANDRA BINDER

Wie die Orgelpfeifen standen die Mitglieder der Nachwuchsgruppe des Scottish Drum Corps" beim Schlagzeugkonzert auf der Bühne der Akademie für Tonkunst in Darmstadt.  Es war ihr erster Auftritt vor Publikum. 

FOTO: ERNST SELINGER

Schlagzeug: Wer dabei nur an melodielose Rhythmen denkt, liegt falsch. Mit Xylofon, Marimbafon, mit Drum Set, Pauken und afrikanischen Trommeln lässt sich Musik aus allen Epochen machen.

Im Saal der Akademie für Ton­kunst drängelten sich am Donnerstagabend die Zuhörer, auf der Bühne die Instrumente. Dass auch jungen Schlagzeugern schon ein breites Repertoire zur Verfügung steht, das demonstrierten die Schlagzeugschüler der Musikschule Darmstadt eindrucksvoll. Für zwei junge Ensembles war es die Generalprobe für Jugend musiziert" am Vorabend dieses Wettbewerbs. Sie nutzten die Gelegen­heit, ihr Programm vor voll besetztem Saal zu spielen und sich an Lampenfieber und fremde Zuhörer zu gewöhnen.

"Ich bin dabei aufgeregter als die Spieler", gestand ihr Lehrer Thomas Weiler. Aber auch seine Schüler zitterten mit roten Backen auf der Bühne, während Weiler im Hintergrund des Saales bei jedem Spieler mitzitterte. Er bat das Publikum, erst am Ende eines Gruppenprogramms zu applaudieren, um die Bedingungen des Wettbewerbs für die Spieler möglichst genau zu simulieren.

Das fiel den Zuhörern sichtbar schwer, denn die beiden Gruppen präsentierten ihren Enthusiasmus mit einem Groove, der manche Hände nicht stillhalten ließ. Es war von allem etwas dabei: Das Ensemble Maximilian Appel, Sarah Distelmann, Riccarda Fisch­bach, Aliyar Kinik und Jonas Oberle spielte ein Jazz-Rock­Stück mit großem Gefühl für dessen Stärken. Danach verteilten sie sich mit afrikanischen Djembe­Trommeln im Zuschauerraum und warfen sich Rhythmen und Figuren zu.

Domenico Dobrovolskis, Christian Franke, Jakob Wolf, Mo­ritz Soeder, Jonathan Williams und David Suchy rissen das Publiumkum vor allem mit ihrer "Tisch­musik" mit, bei der sie Töpfe, Bratpfannen und Backbleche mit Kochlöffeln betrommelten.

In einer „Drumbattle" zogen Tobias Backhaus und Daniel Tepperis alle Register am Drum Set.

Neben den Wettbewerbsgruppen traten die Trommler des "Scottish Drum Corps" auf. Und als Premiere "der erste Auftritt unserer Nachwuchs-Truppe", wie Ensembleleiter Berthold Anhalt sagte. Beide Gruppen spielten das Publikum an die Wand, die älteren Musiker im Sinne des Wortes: Neun schottische Trommeln waren im kleinen, feinhörigen Saal der Akademie einfach zu laut. Ihr durchdringender, trockener Klang ist für Musik im Freien gedacht, nicht für Konzerte im Kammemusiksaal. Die Kinder im Publikum hielten sich die Ohren zu. Die Trommler selbst trugen Ohrenstöpsel. Die Zuhörer in den ersten Reihen wünschten sich welche.

Nicht dass die Märsche und Salute - größtenteils von Anhalt selbst geschrieben - nicht hörenswert gewesen wären, im Gegenteil, die Präzision und Schnelligkeit der jungen Musiker war bemerkenswert. Ihre Wirbel klangen einmütig zusammen und sie reagierten im Dialog zwischen Vor- und Nachspielern spontan und genau aufeinander. Selbst die Jüngsten, denen die Originaltrommeln noch zu schwer waren und die fast hinter den Snare Drums verschwanden, fügten sich nahtlos in den Klang ein. Der begeisterte Applaus der Zuhörer war berechtigt. Nur ein paar Dezibel weniger, und das Vergnügen wäre ungeteilt gewesen.
 

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